Keine Ahnung, wie mir das Album zwei Jahre lang entgehen konnte. Vor kurzem bekam ich die letzte Videoauskopplung Alles ist Resonanz und dachte… Upsa, da hab ich gar kein Review gemacht. Jetzt ist das Ding schon fast zwei Jahre alt, aber Rookie hat mir das Vinyl geschickt und ich bin verliebt. Alleine schon das Cover ist eines der schönsten, das ich in den letzten Jahren gesehen habe. Daher: Gut Ding will Weile haben… ein gutes Review muss reifen wie ein Wein… naja, ich geb zu, ich trink lieber Bier. Egal, zurück zum Thema:
Also, Leben und tot ist das dritte Album in acht Jahren Bandgeschichte der Hamburger Band Leto. Wie es mit dritten Alben so ist, es sind meistens Schicksalalben. Die wichtigsten Alben der Bandgeschichte und so ist es auch hier. Die beiden Vorgängeralben Vor die Hunde und Wider waren schon sehr stark, aber Leben und tot besteht quasi nur aus Hits. Bereits der Opener Süchtig nach allen ist ein riesiger Ohrwurm.
Die Texte sind deutlich, verraten aber trotzdem nicht immer alles. Der Gesang wechselt zwischen Brüllen und Gesang im Stile von Turbostaat, typisch Norddeutschland quasi. Auch musikalisch wechseln sich härtere, schnelle Passagen mit ruhigen, melodischem aber dennoch treibendem Postpunk. Die Texte behandeln den Klimawandel (Ostfriesland)´, die heutige Debattenkultur („Statt Fakten Fackeln und beschweren“, Blackbox Lost).
Songs wie Bei Jobs, die man nicht erklären kann, fließt das Geld entlang steckt die Message dann bereits im Titel. Das fanden wir alle schon bei Tocotronic toll… Mein Lieblingssong ist btw Der tote Baron, insbesondere wegen dem wahnsinnigen Schluss.
11 Hymnen für das Postpunkherz! Wenn ich auch nur einen bewegen kann, dieses fantastische Album sich zuzulegen.
- Süchtig nach allem
- Der tote Baron
- Pronomina
- 31 Fehler
- Wandsbek bei Regen
- Sechs
- Bei Jobs, die man nicht erklären kann, fließt das Geld entlang
- Alles ist Resonanz
- Ostfriesland
- Blackbox lost
- Infarkt